Peru, Teil 3

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus von Arequipa nach Chivay. Unterwegs haben wir an ein paar Aussichtspunkten gestoppt und die Höhe wurde immer heftiger. Unterwegs haben wir dann auch am höchsten Aussichtspunkt unserer Gruppenreise gestoppt. Der liegt auf 4.910 m über dem Meeresspiegel.

Und das mit der Höhe macht einem schon ziemlich zu schaffen. Ich hatte zwar diesmal keine Kopfschmerzen, aber wurde schlagartig total müde und ein bisschen schwach auf den Beinen. Und das obwohl wir uns gar nicht bewegt haben, sondern nur kurz ausgestiegen sind, um ein paar Fotos zu machen. Und ich war auch nicht der Einzige, der die Symptome der Höhenkrankheit zu spüren bekommen hat. Ich habe mir dann wieder ein paar Coca Leaves in den Mund gesteckt und wild darauf herumgekaut. Und irgendwo auch noch einen Coca Tea getrunken. Die Peruaner schwören drauf, dass das gegen die Höhenkrankheit hilft. Am Nachmittag sind wir dann in Chivay angekommen. Der kleine Ort liegt auf ca. 3.600 m Höhe. Nachdem ich dann kurz Zeit hatte mir die zweite Halbzeit vom Champions League Halbfinale anzuschauen, sind wir anschließend zu den Hot Springs gefahren und haben dort ein bisschen relaxed. Die Nacht war dann irgendwie richtig schlecht und anstrengend. Ich hatte etwas Kopfschmerzen, hatte das Gefühl, dass ich nicht wirklich tief durchatmen kann und bin irgendwie dauernd aufgewacht. Aber auch schlechter Schlaf kann wohl ein Symptom der Höhenkrankheit sein. Aber zumindest bin ich nicht der Einzige, dem es so ging. Stellenweise fühlt man sich echt alt, wenn man ein paar Meter bergauf geht oder eine Treppe steigt und es einen total anstrengt. Bin ja mal gespannt, ob ich mich noch etwas besser daran gewöhne, bevor es dann auf den Inka Trail geht. Sonst sehe ich da echt schwarz.

Am nächsten Tag haben wir dann eine Tour durch den Colca Canyon inkl. Kreuz des Kondors (Cruz del Condor) mit total beeindruckenden Aussichtspunkten gemacht.

Dann stand eine circa 6 stündige Fahrt nach Puno am Lake Titicaca auf dem Programm. Und ich saß stellenweise wieder ziemlich kaputt und müde im Bus und habe meine Coca Leaves gekaut.

Und auch wenn ich es schon von anderen Gruppenreisen kenne, aber teilweise ist das durch getaktete Programm schon etwas anstrengend. Man kommt relativ spät in einer Stadt an und direkt am nächsten Morgen geht es schon wieder weiter. Und so ist es schon etwas schade, dass man sich manche Städte / Plätze, in denen man ankommt nicht anschauen kann, obwohl sie einen ganz spannenden Eindruck machen.

Von Puno aus ging es dann zum Lake Titicaca. Von dort aus sind wir dann mit einem sehr, sehr langsamen Boot über den See gefahren. Wir haben dann eine sehr kleine Floating Island besucht. Wirklich unvorstellbar. Eine ziemlich kleine Plattform mitten auf dem See. Spannend mal für 1 Stunde anzuschauen und erklärt zu bekommen, wie so eine Floating Island gebaut wird, aber unvorstellbar, dass dort tatsächlich Menschen leben. Keine Ahnung, wie man dort auch nur einen kompletten Tag rum bringen kann.

Dann ging es weiter nach Taquile Island. Und nach einem ziemlich kleinen Spaziergang bergauf war ich schon wieder schlagartig ziemlich k.o.! Ich hoffe wirklich sehr, dass ich mich noch ein bisschen besser an dieser Höhe gewöhnen werde.

Und danach ging es zum Homestay zur Luquina Chico Community. Da die Leute hier auch nicht unbedingt alle Spanisch sprechen, sondern teilweise Aymara, haben wir vorher noch einen kleinen Sprachführer bekommen. Nach der Begrüßung und der Aufteilung unserer Gruppe in die Familien haben wir erst mal ein bisschen Fußball mit den Einheimischen gespielt. Da ich keine Kondition habe, war das schon eine ziemliche Herausforderung… vor allem aber auch deswegen, weil wir auf 4.000 m über dem Meeresspiegel gespielt haben. 😉
Danach gab es dann noch Tanz, ursprüngliche Bekleidung, etc.! Hierbei habe ich dann eine total schicke Notebook-Tasche gefunden, für die Zeit, wenn dann wieder mein Büroalltag beginnt. 😉

Und dann ist man immer zu zweit ins Haus einer Familie gegangen, hat sich dort mit dem Sprachführer versucht zu verständigen und hat gemeinsam Abend gegessen.

War wirklich witzig und echt schön. Und auch wenn es vielleicht so klingen mag, es kommt einem nicht so als total abgedroschenes Touristen Programm vor. Danach habe ich dann noch mit Händen und Füßen angeboten den Abwasch zu übernehmen. Das war auch eine ganz gute Beschäftigung, um zumindest noch einen Teil des Abends etwas zu tun zu haben. Dann haben wir uns verabschiedet, es war draußen stockdunkel aber gerade mal erst 19:00 Uhr. Dann bin ich mit Simon, einem Schweizer aus unserer Gruppe mit dem ich den Familienabend verbracht habe, noch ein bisschen durchs stockdunkle Dorf spaziert. Aber nachdem es halt nichts zu tun gibt sitzt man dann um 20:00 Uhr in seinem Zimmer.

Und dann habe ich die Gelegenheit genutzt, um mal ein bisschen an meinem Blog zu schreiben. Das artet zwar inzwischen etwas in Stress aus, weil ich aufgrund des Programms der Gruppenreise überhaupt keine Zeit habe mich darum zu kümmern, allerdings ist es auch echt gut zwischendurch mal wieder ein bisschen was fest zu halten, da man auf dieser Reise so viel so schnell hintereinander erlebt, dass man schon nach zwei Tagen Probleme hat es noch zusammen zu bekommen wann man wo war und was man gemacht hat. 😉

Der nächste Morgen beim Homestay war dann so richtig aktiv. Um 7:00 Uhr sind wir in die Küche gelaufen und haben den Brotteig geknetet. Und nach dem Frühstück haben wir dann die Schafe auf die Weide getrieben. Die haben ihren eigenen Kopf und machen was sie wollen und laufen auch einfach hin wo sie wollen. Das war dann schon relativ schwierig sie zu richtigen Stelle zu treiben und sie anschließend zu fangen um sie auf der Weide an Heringen fest zu binden. Das Festbinden hat dann aber unser Gastvater übernommen. 😉

Die Sau hingegen war bei dem morgendlichen Spaziergang wesentlich kooperativer. 😉

Anschließend habe ich dann noch ein paar Kartoffeln geerntet und nachdem ich mir meinen Flip Flop geschrottet habe, als wir die Schafe auf die Weide getrieben haben, hat die nette Familie, während ich die Kartoffeln geerntet habe, meinen Flip Flop ratzfatz repariert. Nagel durch gestochen, ein Stück Wäscheleine durchgezogen, fest geknotet, fertig. 😊

Eigentlich hätte man dann den Vormittag weiter auf der Farm gearbeitet, aber da ich, als ich letztes Jahr die Gruppenreise gebucht habe, die optionale Aktivität „Lake Titicaca Kayaking“ mit gebucht hatte, musste ich weiter und Simon musste alleine die Kartoffeln weiter ernten und später schälen. 😉
Außer mir hat noch das kanadische Pärchen die Kajak Tour gemacht und ich habe mir dann das Kajak mit unserem peruanischen Guide geteilt. War wirklich ein toller Ausflug. Aber auch hier merkt man halt wieder die Höhe ganz extrem und jede Bewegung ist viel anstrengender, als man es normalerweise gewöhnt ist.

Zum Schluss gab es noch Lunch bei der Gastfamilie und nach der Verabschiedung sind wir mit dem Boot wieder zurück nach Punto gefahren.

Morgen werden wir dann mehr oder weniger den kompletten Tag im Bus verbringen und nach Cusco fahren.

2 Kommentare zu „Peru, Teil 3

  1. Mensch Wolfgang,
    während ich bislang „nur“ passiv mitgelesen habe, möchte ich mal danke sagen, dass du uns so an deinem Wahnsinnstrip teilhaben lässt.
    Ich wünsche dir weiterhin ganz viele tolle Eindrücke und genieße jede Sekunde deiner Reise.

    Lars

    Gefällt 1 Person

  2. Ich bin von den Fotos und Farben beeindruckt. Das ist wirklich beneidenswert. Wir wollen Sie denn nach diesen Eindrücken wieder in Deutschland leben…. 🙂 Wirklich toll.

    Gefällt 1 Person

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