Peru, Teil 2

Eins mal vorab: die Leute aus der Gruppe sind soweit alle echt ganz nett. Aber während es bei meiner ersten G Adventures Reise von Bangkok über Malaysia nach Singapur bezüglich dem Alter noch geheißen hat „twenty – thirtysomething“, ist das hier ganz anders. Und ein bisschen überrascht war ich ja schon, um ehrlich zu sein. Die Gruppe ist wirklich total durchmischt. Wir sind 13 Leute (mit Guide 14).
Ein Pärchen aus Kanada, Mitte 60;
ein Pärchen aus England, um die 60;
ein Pärchen aus London, Mitte / Ende 20;
ein Mädel aus Schottland, circa Mitte 30;
einen Schweizer Pärchen mit einem Kumpel aus der Schweiz; ich glaube ca. Mitte 30;
zwei Schwestern aus Kanada, ich schätze mal grob Mitte 50;
und ich eben;
…und natürlich unser Guide Ricardo aus Peru, 35.

Am ersten Abend gab es ein paar Informationen über die Reise und dann sind wir zusammen essen gegangen. Allerdings waren noch nicht alle angereist zu diesem Zeitpunkt. Am nächsten Morgen wurden wir dann zum lokalen Busbahnhof gefahren. Wenn man das Wort „lokaler Bus“ hört, erwartet man erst mal nicht viel. Aber das war echt ein schicker Bus. Sehr viel Beinfreiheit und eine Dame, die ab und zu Snacks oder Getränke vorbei bringt. 😊 Es ging dann nach Paracas und die Fahrt dort hin hat circa 4 Stunden gedauert. Am nächsten Morgen sind wir dann auf ein kleines Schiff und haben eine zweistündige Rundfahrt bei den Ballestas Islands gemacht. Echt beeindruckend. Ich glaube ich habe noch nie so viele Vögel auf einem Haufen gesehen. Die leben da wohl, da sie dort keine Feinde haben und sie dort im Wasser immer was zu fressen finden. Außerdem gibt es dort noch ein paar Pinguine und einige Seelöwen.

Anschließend ging es mit dem Bus weiter und wir haben kurz eine Winery besichtigt, bevor wir dann wirklich sehr ausführlich alles durchprobiert haben. Von Wein über Pisco bis hin zu einer Art Baileys. Und anschließend, ja richtig nach der Schnaps- und Weinverkostung, ging es dann zum Sandboarding. Erst wurden wir in Buggys mit Vollgas über die Dünen gefahren und an einer Stelle wurden dann die Sandboards ausgeladen. Stehend habe ich es, wie die meisten anderen auch nicht, erst gar nicht versucht, sondern habe mich einfach auf dem Bauch draufgelegt und bin dann ein paar ziemlich steile Sanddünen hinunter gedüst. Das war schon ein sehr witziges Gefühl…und man ist ziemlich schnell. Aber danach hat man den Sand wirklich überall. Mund, Nase, Ohren, Haare, etc. Und die Schuhe und Hosentaschen waren auch voll bis oben hin mit Sand. Dann ging die Fahrt weiter bis nach Nasca (man kann es wohl entweder mit „s“ oder mit „z“ schreiben). Ein ziemlich voll gepackter Tag mit viel Fahrerei also.

Am nächsten Morgen haben dann einige Leute den Flug über die Nasca Lines mitgemacht. Mit einem ziemlich kleinen Flugzeug. Vier Passagiere, der Pilot und der Guide bzw. ist das wohl der Co-Pilot. Das Auswärtige Amt rät zwar, aufgrund der technischen Zustände der Flugzeuge, ziemlich stark von diesem Ausflug ab, aber ich dachte mir, wenn ich schon mal da bin mache ich das auf jeden Fall mit. Und es ist schon ziemlich beeindruckend die Nasca Lines von oben zu sehen. Hierzu gibt es die verschiedensten Theorien, wie diese Linien entstanden sind und was deren Bedeutung ist. Aber einen Beweis für eine der Theorien gibt es wohl nicht.

Nachmittags haben wir dann noch einen geführten Ausflug zum Friedhof Chauchilla gemacht.

Und abends sind wir dann in eine Nachtbus gestiegen und circa 11 Stunden von Nasca nach Arequipa gefahren. Die Entfernung beträgt nur ca. 570 km, aber es ist eine ziemlich kurvige Strecke und man legt auf dieser Strecke auch knappe 2.000 Höhenmeter zurück. Arequipa liegt auf einer Höhe von 2.300 m. Teilweise dachte ich mir der Bus befindet sich auf einer Formel 1 Strecke. Ich saß im oberen Bus-Deck in der ersten Reihe. In der Nacht hat es nicht viel gebracht, da es natürlich dunkel war, aber in der Früh war das schon ein toller Ausblick. In Arequipa angekommen gab es heute Früh erst mal ein Frühstück und anschließend hat uns unser Guide ein bisschen durch die Stadt und über den Markt geführt. Und der Nachmittag war dann tatsächlich mal frei. So eine Gruppenreise ist ja doch ziemlich durch getaktet. Aber das kenne ich ja schon. Ich bin dann heute Nachmittag noch Yanahuara gelaufen und habe mich dort in einem Park ein bisschen von der anstrengenden Busfahrt ohne viel Schlaf erholt. Anschließend habe ich noch kurz das Kloster Santa Catalina besucht.

In Arequipa hätte ich gerne noch einen Tag mehr verbracht. Auch Ricardo meinte, dass das ganz schön gewesen wäre. Aber so ist es nun mal auf Gruppenreisen. Es gibt ein durch getaktetes Programm. Und nachdem wir noch viel vorhaben und es noch viele andere Ecken zu sehen gibt, ist das somit natürlich nicht möglich.
Morgen Früh geht es dann also gleich wieder weiter.
Und nachdem heute Abend im Restaurant Alpaca auf der Karte stand, habe ich das dann auch gleich mal bestellt. Und es war wirklich lecker. Auch wenn mich jetzt wahrscheinlich einige dafür hassen werden, weil Alpacas ja sooo süß sind…

Die Hotels sind bisher alle echt nett / gut. Und das ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht zum Stockbett im Hostel, wo ich die letzten 4 Wochen meine Nächte verbracht habe. Und das ist eine ganz andere Art zu Reisen / zu Leben. Jetzt geht man in der Früh einfach zum Hotelfrühstück und muss sich keinen mitgebrachten Toast schmieren oder sich Gedanken machen, wo man irgendwo was zu essen bekommt. 😉 Allerdings würde ich nicht sagen, dass die Aufenthalte in den Hostels schlechter waren. Nur eben völlig anders. Mir hat das auch sehr gut gefallen und ich fand es witzig. Aber ist bestimmt nicht jedermanns Sache…würde ich mal behaupten. 😉

Und dann gibt es noch dieses lustige Phänomen, das ich schon öfters auf Gruppenreisen erlebt habe. Wenn es z.B. auch nur heißt: Wir machen einen zweistündigen Spaziergang durch die Stadt und über den Markt, tauchen immer viele aus der Gruppe mit Outdoor-Klamotten, Hüten, Hiking-Schuhen und einem Rucksack auf. Als würden wir sofort eine einwöchige Bergexpedition starten. Unglaublich. Und manche sind dann sogar etwas überrascht, wenn ich dann in Shorts, T-Shirt und FlipFlops, mit einer Flasche Wasser und ohne Rucksack erscheine. 😉

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